Geschichte

Die Geschichte des Turmes, zusammengefasst in dieser kleinen Chronik.

1870 Zuerst geplant als Sommerhaus für August Wilhelm Allendorff, wird ein paar Jahre vor der Verlegung der Brauerei Allendorff von der Steinstraße in Schönebeck auf das Gelände am Hummelberg der Aussichtsturm auf dem Hummelberg errichtet.
1939 Im Oktober 1939 wurde der Turm sowie die Restauration von der Wehrmacht als Beoachtungsposten beschlagnahmt. Der damalige Pächter Reinhold Pick musste unter anderem der Flak-M.G.-Kompagnie 61 Zutritt gewähren, der Turm konnte vorerst nicht mehr für die Bevölkerung genutzt werden.
1943 Der Turm diente nun nach etwa vier Jahren nicht mehr als Beobachtungsposten und Befehlsstelle. Die Flak hinterließ nicht nur gesprungene Fensterscheiben und sonstige (kleine) Schäden, sondern eine erbaute Holzbude auf der Plattform, die später abgerissen werden musste.
1945 Eine kleine Famile zog vorübergehend in den Turm ein.
1956 Ermöglicht durch den Jugendförderungsplan der Stadt Schönebeck, wurde am 7. Juli der fertig restaurierte Turm, der mit einem Schul- und Amateurfernrohr inklusive Astro-Kamera und einem Kometensucher ausgestattet war, durch die damalige Bürgermeisterin Maria Krause als Sternwarte feierlich eingeweiht.

Der Kulturbund gründete eine Astronomie-Fachgruppe und der Förderer der Sternwarte und Lehrer, Gerhard Eschenhagen, erhielt Unterstützung durch Professor Dr. Cuno Hoffmeister, dem damaligen Leiter der „Sternwarte der Akademie Sonneberg“, um in Zukunft eine Zusammenarbeit beider Sternwarten zu gewährleisten.
1959 Am 10. Oktober wurde die Sternwarte bei einer Namensgebungsfeier in „Volkssternwarte Bruno H. Bürgel“ umbenannt. Der damalige Bürgermeister Werner Amelung sagte bei der Enthüllung der Namensplatte: „Hier haben im Zeitalter der beginnenden Weltraumfahrt die großen und kleinen Astronomen der Stadt eine würdige Wirkungsstätte gefunden, möge ihre Arbeit immer stärker auf die Bevölkerung unserer Stadt ausstrahlen.“
1961 Jahre zuvor wurde der erste Schwammbefall festgestellt, der durch großzügige Hilfe des Rates der Stadt beseitigt werden konnte. Der zweite Schwammbefall im Jahre 1961, offizell durch falsch platzierte Dachrinnenanschlüsse verursacht, wurde vom Stadtbauamt ignoriert. Die Sternwarte musste stillgelegt werden.
1962 Da auch nach einigen Mahnungen die Fehler immer noch nicht beseitigt waren, hat die Astronomie-Fachgruppe selbst Hand angelegt und die befallenen Holzteile entfernt.
1963 Nach zwei Einbrüchen wurden unter anderem Instrumentenzubehör gestohlen und Einrichtungsgegenstände zerstört. Die noch vorhanden Instrumente wurden im „Haus der Pioniere“ untergebracht. Das bedeutete das endgültige Aus der Einrichtung.
1966 Auf dem Dachgeschoss der umgebauten Bruno-H.-Bürgel-Schule wurde ein Sternwartenhäuschen errichtet. Somit fand eine Art Ablösung der „Volkssterrnwarte Bruno H. Bürgel“ auf dem Hummelberg statt – die „Schulsternwarte Bruno H. Bürgel“ war geboren.
Nun war der Turm dem Verfall und der Zerstörung preisgegeben (heraus gebrannte Treppe, zerstörte Fenster). Von der einst „höchsten und besten Aussicht der Umgegend“ ist heute nur noch das dicke Mauerwerk erhalten.
1996 Der Stadtrat der Stadt Schönebeck veröffentlichte einen Bebauungsplan rund um die historischen Gewölbeanlagen auf dem Hummelberg. Geplant war unter anderem eine Restauration für die bereits abgerissene Gastwirtschaft mit Einbindung des darunterliegenden sanierten „Eiskellers“ und der alten Sternwarte. Dieses neu aufgebaute Gebäude namens „Schützenhotel“ sollte eine Gasthausbrauerei, ein Restaurant und Veranstaltungsräume bieten. Dieses Projekt wurde nie Realität.
2012 Im April 2012 wurde der Stadt Schönebeck ein erstes Konzept zur Sanierung, Restaurierung und Nutzung des Turmes vorgelegt. Am 10. Juni gründete sich ein Verein zur Rettung des Turmes, der am 9. April 2013 ins das Vereinsregister von Stendal eingetragen wurde.
2014 Der „Förderverein Hummelberg-Turm e. V.“ unterschrieb am 6. November 2014 den notriellen Kaufvertrag und wurde Besitzer der Turmruine samt Grundstück.

Chronik Sternwarte
 Quelle linkes Bild: Kreismuseum Schönebeck